Unser Gebäude

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Die Architektur des 20. Jahrhunderts wurde wesentlich bestimmt durch die sogenannte Bauhausarchitektur. Die bekanntesten Repräsentanten dieser Baurichtung sind der Deutsche Walter Gropius, der Schweizer Le Corbusier und der Holländer Mies van der Rohe. Im Deutschen Werkbund waren bereits 1908 die Architekten des neuen Bauens zusammengeschlossen.

Walter Gropius erbaute und leitete das Bauhaus Dessau nach dem ersten Weltkrieg. Die mit dem Bauhaus in Dessau verbundene Kunstschule entwickelte darin das Ziel, Bauten und Innenarchitektur so auszulegen, dass eine fabrikmäßige, in Serie angelegte Ausführung von Bauteilen und Gegenständen möglich ist.

Die Architektur des Bauhauses erlebte nach dem Zweiten Weltkriege eine Renaissance. Damals musste unter schwierigen ökonomischen Bedingungen Wohnraum für eine wachsende Bevölkerung geschaffen werden. Die Antworten der Bauhausarchitektur waren visionär und praktisch zugleich. Sie versuchten, die neuen Technologien zu nutzen, der Rationalität zum Durchbruch zu verhelfen und mit der funktionalen Form auch den sozialen Herausforderungen gerecht zu werden. Die fabrikmäßige und serienweise Vorfertigung ermöglichte eine Verkürzung der Bauzeit und entsprach dem Bedürfnis innerhalb kürzester Zeit den dringend benötigten Wohnraum und öffentliche Gebäude, wie z.B. Schulen, zu schaffen.

Der bekannteste im Deutschen Werkbund organisierte Bauhausarchitekt in unserer Region ist Prof. Dr. Meisenheimer.

Prof. Dr. Meisenheimer hat in Düren, Im Eschfeld, ein Bauhausensemble geschaffen, welches aus einer Wohnhausbebauung und dem Schulgebäude des Berufskollegs Kaufmännische Schulen des Kreises Düren besteht. In seiner Architektur orientiert sich Prof. Meisenheimer an einem ganzheitlichen Ansatz, der mit den architektonischen Elementen auch philosophische, pädagogische und wirtschaftliche Allegorien verbindet. Bauelemente und Linienführungen sind Symbole für Botschaften, die in alle Bereiche des täglichen Lebens hineinwirken. Die Architektur sagt mehr aus, als man auf den ersten Blick erkennen kann. Sie stellt ab auf die existenziellen Bedürfnisse des Menschen nach klaren Sicherheit gebenden Strukturen in einer Welt des ständigen Wandels. Gropius erklärt, dass "die Schöpfung von Schönheit und die Formung von Wertmaßstäben einem innersten Bedürfnis des Menschen entspringen, und dass dieses ihn tiefer und dauernder bewegt als der Wunsch nach Befriedigung materieller Annehmlichkeiten. "

Typisch für die Bauhausarchitektur sind die Materialien Beton, Glas und Stahl in schlüssiger und harmonischer Formung. Glas und der Energiespender Licht überwinden die Grenze zwischen dem Kulturgut Baukörper und dem Lebensraum Natur. Dem Licht hingegeben erobern die Bauhausbauten das lebensnotwendige Luftelement.

Die geraden, teilweise sezierend wirkenden Linien des Bauhausstiles werden aufgelöst durch den Einbezug von verschiedenen Ebenen in den kubistischen Baukörper. Niveauunterschiede lockern die Raumflächen auf. Schiebe- und Falttüren ermöglichen eine bedarfsgerechte und individuelle Raumaufteilung. Große Glasflächen werden nicht nur rein funktional als "Beleuchtungskörper" definiert. Sie werden eingesetzt, um Linien zu brechen, Flächen zu verfremden und hintergründige nach Analyse drängende Reflektionen zu schaffen. Es wird so ein Potential des Hinterfragens und des Auseinandersetzens mit einem an sich "diskussionsfreien" Baukörper geschaffen. Reale und fiktive Flächen und Linien gehen ineinander über. Harte Linien werden unterbrochen. Es entsteht so eine "architektonische Sänfte", die als Stilmittel die kubistischen und kühl wirkenden Anordnungen im Gebäude in eine Art "Baukörperromantik" überführt.

Die Grenze zwischen Realität und Phantasie ist fließend. Spiegelungen und durch Glas erzeugte Lichtspiele geben dem Raum Wärme und Wohlklang. Die Stilelemente der Bauhausarchitektur ermöglichen in ihrer Komposition und Anordnung einerseits Rationalität bei der Schaffung von Wohn- und Nutzungsraum, z.B. durch den Einsatz moderner Fertigungsverfahren, andererseits Emotionalität bei der Nutzung dieser Räume, durch kreativitätsfördernde und phantasieanregende Gestaltung der Gebäudeteile.


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Letzte Aktualisierung: 27. March 2007